HSV BEFLECKTE RADEBEULS WEISSE WESTE
LANDESKLASSE: HEIDENAUER SV - RADEBEULER BC 08 2 : 2 (0:1)
Mit einer blütenweißen Weste und lediglich drei Gegentoren reiste der Spitzenreiter Radebeuler BC beim Wiederaufsteiger Heidenau an und galt nicht nur wegen der aktuellen Tabellensituation als Topfavorit. So gaben die Hausherren die erste Halbzeit auch ab. Doch im zweiten Abschnitt legten sie ihren Respekt ab und lieferten einen offenen Fight. Zunächst drehten sie das Match und schafften eine
umjubelte Führung. Aber der RBC kam zurück und am Ende konnte keiner eine der durchaus vorhandenen Gelegenheiten nutzen.
Die erste Chance des Spitzenreiters war gleich eine ganz dicke. RBC – Stürmer Leon Trier marschierte durch die Mitte, hebelte geschickt das Abseits aus. Torhüter Marcel Zönnchen zeigte sich per Fußparade gleich hellwach. Steve Deinhardt visierte das Außennetz an und hätte die Gäste für ihr Auftreten belohnen können, denn sie hatten bis dahin mehr vom Spiel. Es folgten aber auch Möglichkeiten für den HSV. Felix Thieme handelte überhastet, Maximilian Schilf vergab aus noch besserer Position. Da bei den Weinstädtern die Präzision fehlte, wie auch bei Hannes Höher, dessen Ball am langen Pfosten vorbeistrich. Es bedarf eines Standards. Der routinierte Benno Töppel (39) schlug den Eckball maß genau auf den Kopf Triers, der aus kurzer Distanz zu seinem fünften Saisontor einnickte – 0:1 (32.). Die beste Chance der ersten Hälfte folgte, als Amjad Amhimmid nicht nur an Zönnchen sondern auch am Tor vorbeischob. Wenig später verpasste der Lybier erneut seinen
fünften Saisontreffer unkonzentriert.
Der seitenverlagernde Ball Schilfs leitete die vorübergehende Wende in der Partie ein. John Blumhagen spielte Thieme im Zentrum frei. Der 19-jährige umkurvte Torwart Philipp Schreiber und schob das Leder ins inzwischen verwaiste Tor - 1:1 (57.). Viel Zeit ließen die Hausherren ihren
Gegnern nicht, ihren erst vierten Gegentreffer zu verarbeiten. Da klingelte es schon wieder. Patrick Langhans setzte zu einem seiner unwiderstehlichen Dribblings an, seinen Rückpass platzierte Schilf ins lange Eck - 2:1 (61.). Radebeul antwortete mit wütenden Angriffen, sogar einem Abseitstor. Aber die Heidenau verzeichneten eine Riesenchance für Felix Thieme nach Anspiel seines Bruders Eric.
Schreiber musste sich gehörig strecken, um zur Ecke zu klären. Ähnlich wie beim aberkannten Treffer operierte der Spitzenreiter im gesamten Spielverlauf hart an der Abseitslinie. Als Lasse Schapp im Zentrum startete lag keine Abseitsstellung vor, er glich regelgerecht aus - 2:2 (77.). Eine Viertelstunde verblieb beiden Teams, eine Entscheidung herbeizuführen. Töppel prüfte Zönnchens Reaktion und staunte über die tolle Flugeinlage. Einen Eckball verteidigte Eric Thieme auf der Linie. Auch der HSV verpasste das Happy-end. Nick Füssel köpfte auf das Tornetz statt hinein. So blieb es beim alles in allem leistungsgerechten Unentschieden.
Am Sonntag tritt der Heidenauer SV beim Aufsteiger und Tabellennachbarn FSG Wacker Leuben an. Die Dresdner kamen überragend aus den Startlöchern, holten nach der Auftaktniederlage gegen den Landesliga – Absteiger VfL Pirna-Copitz sechzehn Punkte in Folge. Doch zwei Pleiten in Folge ließen den Kontakt zum Spitzenduo vorerst abreißen. Die Heidenauer blieben zuletzt dreimal ungeschlagen und können mit einem Sieg am Kontrahenten vorbeiziehen. Das einzige Aufeinandertreffen mit dem Emporkömmling bestritt der HSV vor über drei Jahren. Das Testspiel sah keinen Sieger (2:2). Schiedsrichter Andre Strelow (Sokol Ralbitz-Horka) sowie seine Assistenten Michael Liebner (FSV Lauta) und Andre Kutscher (Seenlandverein Laubusch) geben das Match am Sonntag zur Männerfußball ungewöhnlichen Zeit um 11:00 Uhr frei.
HSV mit:
Zönnchen, Schilf, O. Werner, Pokrovskij, Matschke, Dittloff, Langhans (89. Hohl), Wenzel (85. Vogt), Paul (54. Füssel), Blumhagen (70. E. Thieme), F. Thieme (90.+2 Knöbel)
Bernd N e u m a n n







